Löwen-Geburtskissen oder wie ich ein Namenskissen plane und umsetze

Löwen Geburtskissen

Heute stellt ich Euch ein Geburtskissen mit Löwen-Motiv vor, erkläre, wie ich bei der Planung vorgehe und zeige euch einen Trick, wie Fransen-Applikationen länger halten.

1. Schritt: Kissen-Planung

In der Vorbereitung für ein Geburtskissen mache ich mir Gedanken über die Person/Eltern, die das Kissen bekommen (was mag die Person für Farben, Motive,… bzw. was mag sie ggf. nicht). Dann erstelle ich eine grobe Skizze des Kissens, lege die Ziel-Größe und das Motiv fest und die in Frage kommenden Farbkombination. Zum Skizzieren nutze ich, was gerade da ist: auf dem iPhone die Standard-Notizen-App oder Evernote und am Rechner OneNote, Powerpoint, Evernote o.ä. Es dient mir einfach dazu, meine Idee grob zu skizzieren.

2. Schritt Materialbeschaffung für das Kissen

Wenn ich nun festgelegt habe, welche Farbe, Größe und Motive das Geburtskissen bekommen soll, mache ich mich auf die Suche nach dem Stoff. Natürlich schaue ich immer zuerst, was ich in meinem eigenen Stofflager schon habe. Dann suche ich im Internet und in lokalen Stoffgeschäften. Bei der Internet-Suche ist das Angebot am vielfältigsten, aber es ist auch sehr schwer, zwei zueinander passende Stoffe zu finden. Gerade die Art der Fotografie bzw. jeweiligen Lichtverhältnisse und die Qualität und Farbwiedergabe des eigenen Bildschirms lassen die Farben oft am Bildschirm völlig anders rüberkommen als sie live sind.

Baumwollstoff Popeline Uni – sonnengelb
Baumwollstoffe Popeline Ballonfahrt – weiss

Bei www.stoffe.de habe ich eine Funktion „Auf den Stofftisch“ legen entdeckt und damit diese beiden Stoffe ausgesucht. Sie haben auch tatsächlich zusammengepasst :).

Der Vergleich auf dem virtuellen Stofftisch hat also tatsächlich gut funktioniert.

Dann leg ich alles zusammen, was ich zum Herstellen des Geburtskissens noch benötige: den Reißverschluss, Spitze, Vliese zum Verstärken, ggf. Garne, Stickvlies, Plüschstoffe etc. Ich fange meist erst an, wenn ich alles beinand habe.

3 Schritt Beschaffen oder Erstellen der Stickdateien

Wenn ich Motive oder Schriftzüge zum Applizieren benötige, dann ist es wieder der gleiche Prozess wie bei der Stoff-Auswahl: Ich schaue, was ich an ggf. passenden Stickdateien schon im Fundus habe, suche nach passenden im Internet oder erstelle sie per Hand oder mit der Bernina Sticksoftware selbst. Da die letzte Variante sehr zeitaufwendig ist, suche ich immer zuerst nach fertigen Dateien. Aber logischerweise sind Geburtsdatum, Gewicht, Tag und Uhrzeit immer individuell.

Einfache Applikationen wie Buchstaben und einfache Motive lassen sich per Hand zeichnen/abpausen und mit Vliesofix auch ohne Stickmaschine applizieren. Hier wird das Motiv/Buchstabe spiegelverkehrt auf die Vliesofix Papierseite aufgezeichnet, ausgeschnitten und aufgebügelt sowie dann mit der Nähmaschine noch umrandet.

4 Umsetzung des Kissens

Nun geht es also an die Umsetzung. Ich zeichne zuerst die Größe des Kissenzuschnitts mit Schneiderkreide auf den Stoff und markiere die richtige Platzierungen für die Motive. Dann versuche ich den Stoff schon möglichst genau in den Stickrahmen einzuspannen. Den finalen Stoffzuschnitt mache ich aber erst nach dem Sticken, dann kann ich ggf. das Motiv noch „gerade“ rücken. Auch schneide ich auf der Rückseite alle Fäden zurück und bügle zum Schutz der Stickerei die Vlieseinlage H200 oder die Gewebeeinlage G700 auf.

ITH-Stickdatei Löwe
Stickdatei Löwe von Ginihouse3
Ausschneiden der Applikation
Ausschneiden der Applikation – bei Fellimitat immer eine fusslige Angelegenheit 🙂

Die Wolken und Schriftzüge darin habe ich mit der Bernina Sticksoftware digitalisiert und – diesmal nicht sofort mit der Stickmaschine – sondern mit der Nähmaschine appliziert. Das erleichtert das Platzieren auf dem Kissen, da man nicht mit den Begrenzungen eines Stickrahmens hantieren muss. Bei „Satin-Umrandungen“ würde ich aber immer mit der Stickmaschine arbeiten.

Applizieren mit der Nähmaschine

5 Fransen-Applikation vorm Ausfransen schützen

Da bei den älteren Geburtskissen die Ränder der Wolken mit der Zeit zerfleddert sind, habe ich diesmal zuerst die Schriftzüge inkl. Wolken ausgestickt, dann aus dem Rahmen herausgenommen, Fäden auf der Rückseite zurück geschnitten und Vliesofix auf der Rückseite aufgebügelt. Dann die Schutzfolie des Vliesofix entfernt, die Wolken grob ausgeschnitten und mit der Nähmaschine final auf dem Kissen aufgenäht. Dann schneide ich den überstehenden Stoff bis zur Naht knappkantig zurück. Jetzt kommt der Clou: Dann habe ich die aufgenähten Wolken mit dem Bügeleisen fixiert, denn der Klebstoff des vorher aufgebrachten Vliesofix aktiviert sich durch das heiße Bügeln. Die Ränder der Applikation sind ja ebenso mit Vliesofix-Klebstoff unterlegt und halten nun wesentlich länger.

Die Reihenfolge ist wichtig – wenn ihr die großen Stoffstücke schon festbügelt, könnt ihr die Ränder nicht mehr knappkantig zurückschneiden! Also immer erst auf die richtige Größe trimmen und dann bügeln.

6 Finales Waschen des Kissens

Doch tatsächlich wasche ich jeden Stoff (außer Patchwork-Stoff) vorm Vernähen und auch das fertige Kissen vorm Verschenken nochmal in der Waschmaschine. Hier gebe ich zur Sicherheit viele Farbfang-Tücher hinzu. Auch bügel ich das Kissen nochmal selbst, weil dann sehe ich gleich, ob es (meist bei den Applikationen) problematische Stellen gibt.

Wasch-Anleitung Fransen-Applikation
Wasch-Anleitung Fransen-Applikation
Fertige Löwen-Kissen

Zuletzt bekommt jedes Kissen (inzwischen) eine individuelle Pflegeanleitung beigelegt. Denn ich habe ja die Stoffe gekauft und weiß daher, welcher Stoffe welche Hitze verträgt. Und meine Empfehlung auf der Pflegeanleitung orientiert sich dann immer am empfindlichsten Stoff. Und je schonender es behandelt wird, desto langlebiger ist es.

Viele Grüße
Eure Marinpatschi